Beteiligung der Allianz an der FC Bayern München AG

Mit Überraschung und gemischten Gefühlen haben die Mitglieder des Club Nr.12 die Kapitalerhöhung des FC Bayern zu Kenntnis genommen. Aufgrund der ausgezeichneten sportlichen und somit auch wirtschaftlichen Aussichten hätten viele Fans erwartet, dass der Schuldenabbau wie geplant und somit ohne Kapitalerhöhung fortgesetzt werden würde. Durch die Beteiligung der Allianz wird der FC Bayern nun der wohl einzige schuldenfreie Großclub in Europa, worauf Vereinsführung und Fans zu Recht stolz sein dürfen. Die Entscheidung, die Erlöse nicht in den Spielerkader, sondern zur Schuldentilgung sowie zum Bau eines Jugendzentrums zu verwenden, stößt bei den Fans auf sehr breite Zustimmung.

Trotzdem ist es aus Sicht vieler Fans bedauerlich, dass es offensichtlich notwendig war, zur Finanzierung des neuen Stadions nicht – wie ursprünglich geplant – 10% der Anteile, sondern nun 25% der Aktien der FC Bayern München AG an Dritte zu verkaufen. Wir begrüßen es, dass die Beteiligung durch ein in München ansässiges Unternehmen erfolgt. Man sollte jedoch nicht übersehen, dass ein Weiterverkauf der Anteile bei keiner der drei beteiligten Gesellschaften auszuschließen ist und der FC Bayern darauf nur begrenzt Einfluss hat.

Aus unserer Sicht sollten die in den nächsten Jahren zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausschließlich für den Spielerkader verwendet, sondern zu einem erheblichen Teil auch zur Bildung von Rücklagen genutzt werden. So könnte gewährleistet werden, dass man in 10 oder 20 Jahren in der Lage zu ist, dann fällige und heute noch nicht absehbare umfangreiche Sanierungsmaßnahmen oder notwendige Umbauten des Stadions finanzieren zu können, ohne sich dafür in erheblichem Maß verschulden zu müssen oder – wie es beim Bau der Arena der Fall war – gezwungen zu sein, weitere Anteile der FCBM AG an Investoren abgeben zu müssen. Auch einen Rückkauf von Anteilen sehen wir langfristig als erstrebenswertes Ziel, das gerade in einer sportlich erfolgreichen Phase nicht aus den Augen verloren werden sollte.

Da der Verlust der Dreiviertel-Mehrheit aktienrechtlich erhebliche Auswirkungen hätte, würden wir es sehr begrüßen, wenn das Präsidium im Vorfeld einer Entscheidung über eine weitere Reduzierung der eigenen Anteile an der FCBM AG das Votum der Vereinsmitglieder einholen würde, auch wenn dies nach der Satzung des FC Bayern München e.V. erst bei einem Absinken des Anteils auf unter 70% erforderlich ist.

Wie der Pressemitteilung der Allianz zu entnehmen ist, soll die “Präsenz der Allianz in der Arena verstärkt” werden. Gerade die vergleichsweise zurückhaltende Markenpräsenz der Allianz in den vergangen Jahren wurde von vielen Fans als sehr angenehm empfunden. Wir hoffen u.a., dass die vor einigen Jahren im direkten Dialog zwischen aktiven Fans und der Marketing-Abteilung der Allianz vereinbarte Regelung, nach der Fanclubs ihre Fanclubfahnen auch über die fest installierten Werbebanden der Allianz aufhängen dürfen, nicht zugunsten der verstärkten Präsenz aufgegeben wird.

Club Nr.12
Vorstand

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