ZUSCHAUER-TEILAUSSCHLUSS GEGEN SAINT-GILLOISE ALS KOLLEKTIVSTRAFE

UEFA SPERRT FAST 4.200 PLÄTZE IM UNTERRANG DER SÜDKURVE

Wieder einmal müssen wir uns mit Kollektivstrafen seitens eines Verbandes beschäftigen, dieses Mal mit drastischeren Auswirkungen als bisher. Hierzu stellen wir eine kleine Botschaft vorab: Wir wissen, dass dieses Thema aktuell für viele Fans ein hoch emotionales Thema ist und es vollkommen legitimerweise unterschiedlichste Sichtweisen darauf gibt. Wir stehen für unsere Positionen ein und sind immer offen für konstruktiven und respektvollen Austausch und appellieren an alle, gegensätzliche Meinungen zu akzeptieren.

Wir als Gruppen der Südkurve München lehnen Kollektivstrafen ab. Aus unserer Sicht sind sie weder legitim noch geeignet, Verhalten zu erzwingen, egal von welchem Verband oder welcher Institution auch immer. Entsprechend ist es für uns nur konsequent, uns einem solchem Regime nicht zu beugen.

Die Bilder der Pyroshow in der Südkurve beim Heimspiel gegen Sporting Lissabon sind um die Fußballwelt gegangen und haben im Stadion und im Nachgang viel Applaus bekommen. Für uns und viele andere ist Pyrotechnik ein wichtiges Element von Fankultur, das besondere Momente und Atmosphäre schafft.

Die Aktion hatte diesmal primär den Zweck, uns nicht der von der UEFA gegen den FC Bayern verhängten Bewährungsstrafe zu beugen, auch wenn dafür Konsequenzen drohen. Wir wussten und wissen, dass diese Konsequenzen viele Bayernfans treffen, die keine Verantwortung für unsere Aktion tragen und vielleicht sogar eine andere Meinung dazu haben. Gerade das ist ja auch das Perfide an diesem Werkzeug, das zurecht in demokratischen Rechtssystemen keinen Platz hat, aber leider in der Sportgerichtsbarkeit der UEFA inflationär Anwendung findet. Leider hat dieser Verband auch eine Struktur, die unserem Anliegen keine andere Stimme gibt als eben durch Aktionen im Stadion.

In den nationalen Wettbewerben finden Kollektivstrafen nach langen Diskussionen und Kämpfen der Fans aktuell keine Anwendung. Wir haben in Deutschland aktuell eine Fankultur und eine Stadionatmosphäre, um die uns viele in anderen europäischen Ländern beneiden und die die Attraktivität des Fußballs bei uns entscheidend ausmacht. Jeder Fan, der unsere Mannschaft in Europa begleitet, weiß, wie Fans dort behandelt werden.

Wir hoffen auf die Funktionäre der deutschen Europapokalteilnehmer, sich für eine lebendige Fankultur und gegen Sippenhaft und Kollektivstrafen einzusetzen, auch wenn wir wissen, dass unsere Aktion Euch viele Probleme schafft. Ihr habt dort eine Stimme, wir nicht.

Wir hoffen auf das Verständnis von Euch, den Fans, die wie wir jetzt bei dem Spiel gegen Union Saint-Gilloise aus unserer gemeinsamen Kurve ausgesperrt sind. Egal wie Ihr Pyrotechnik im Stadion seht, wir dürfen uns nicht durch Kollektivstrafen auseinanderbringen lassen. Heute trifft sie uns wegen Pyrotechnik, morgen wegen kritischen Spruchbändern. Zusammen haben wir viel erreicht. Unser Zusammenhalt ermöglicht die Atmosphäre bei unseren Spielen, die Choreografien, die sozialen Aktionen oder Feiern – und eben auch eine starke Stimme für die Rechte von uns Fans.

GEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN – FÜR EINE LEBENDIGE FANKULTUR